Stadt Gehrden


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Gehrda

GehrdaGEHRDAS Sicht von oben

Die Uhr schlägt 12, Geisterstunde. Stille erobert Gehrdens Zentrum. Nur im wuchtigen Glockenturm der Margarethenkirche raschelt es munter im Gebälk. Das älteste und bekannteste Bauwerk mitten in Gehrden ist nicht nur das Wahrzeichen der Stadt - es ist auch das Hauptquartier von „GEHRDA", der Turmfledermaus. Sie ist die Sympathieträgerin der Burgbergstadt. Und wenn die quietschgelbe Fledermaus mal nicht offiziell unterwegs ist, fliegt sie privat am liebsten durch die Gehrdener Nacht und erkundet die Kommune an der Peripherie Hannovers.

Viele Erholungsgebiete
GEHRDAS Tour beginnt mit einem eleganten Gleitflug durch die fußgängerfreundlich gestaltete historische Innenstadt. Sie strahlt nicht nur Ambiente aus, sondern bietet Fachgeschäfte und Supermärkte mit einem umfangreichen Sortiment. Zwei weitere Höhepunkte für den Einkaufsspaß: Der Wochenmarkt am Donnerstagvormittag und der Bauernmarkt, auf dem örtliche Händler jeden Samstag ausschließlich ökologische Produkte verkaufen.

Ökologisches Denken und Umweltbewusstsein hat sich auch in den Köpfen der Gehrdener etabliert. Das Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Stadtplanung belegen zahlreiche Auszeichnungen durch Fachverbände und Umweltschutzorganisationen. Der Naturschutzbund Gehrden/Benthe setzt sich seit 20 Jahren für bessere Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren ein.

Das Ergebnis ist für GEHRDA gut sichtbar: So flattert sie gerade noch gemütlich über die Landschaftsschutz- und Erholungsgebiete Gehrdener und Benther Berg, zählt die vielen Wald- und Wanderwege in der Umgebung, genießt den Anblick von Obstwiesen, Feuchtbiotopen und des „Alten Gartens", einem Naturidyll, der allen Gehrdenern für Entdeckungen oder einem Picknick zur Verfügung steht. In dieser beschaulichen Kulturlandschaft eingebettet sind die dörflichen Ortschaften Ditterke, Everloh, Lemmie, Lenthe, Leveste, Northen und Redderse.

Zeit für eine Rast, findet GEHRDA. Eine Entscheidung, die allerdings nicht so einfach zu fällen ist. Denn Quartiere zum Ausruhen und Wohlfühlen gibt es in Gehrdens Umgebung reichlich. Erst einmal zur Aussichtsplattform des Burgbergturms, die sich fast 177 Meter über NN befindet, und von dort die Weiten des Calenberger Landes genießen. Im Anschluss geht es weiter in Richtung Berggasthaus Niedersachsen mit der anliegenden Tripschen Parkanlage. Weitere spannende Ausflugsziele: das Dam-Wildgehege und die ehemalige „Struckmeyersche Mühle", das Stadtmuseum oder der historische Ratskeller mit Glockenspiel.

Seit 2000 Jahren beliebt
GEHRDA setzt ihren Rundflug fort und befindet sich über dem Gelände, auf dem die neue Biogasanlage entstanden ist. Ein historisch wertvoller Standort, wie sich im vergangenen Jahr herausstellte. Hier fanden Archäologen die Reste einer Siedlung. Dabei fielen den Experten Keramikteile in die Hände, die mit großer Wahrscheinlichkeit aus der römischen Kaiserzeit stammen. Schon vor 2000 Jahren lebten hier also Menschen.

Möglichkeiten sich auch heute anzusiedeln gibt es mehr als ausreichend. Aus der Vogelperspektive betrachtet GEHRDA das Gewerbegebiet „Bünteweg" - insgesamt 61.000 Quadratmeter umsäumt von voll erschlossenen Grundstücken. Als Wirtschaftsstandort bietet Gehrden eine moderne Verkehrsinfrastruktur - so durchquert die Bundesstraße 65 das Stadtgebiet im Norden, die Bundesstraße 217 führt wenige Kilometer östlich an Gehrden vorbei. Ausgestattet ist die Burgbergstadt mit einem vitalen Handel und Handwerk sowie einem Anteil von 70 Prozent Dienstleistungsunternehmen.

Familienfreundlich
Aber auch für Familien hat die Stadtverwaltung, deren Rathaus im Zentrum der Stadt liegt und von Bürgermeister Hermann Heldermann (CDU) geführt wird, entsprechende Rahmenbedingungen gesetzt. Unter anderem mit Neubaugebieten in Lenthe, Lemmie und Gehrden, wo mehr als 60 Grundstücke auf künftige Häuslebauer warten.

Die modern ausgebauten Schulgebäude profitieren in diesem Jahr von dem Konjunkturpaket II: 558 000 Euro fließen unter anderem in neue Chemieräume und den Medienausstattungen der Schulen. Seit beinahe 30 Jahren gibt es in Gehrden außerdem eine Jugendpflege: Mittelpunkt ist der „Jugendpavillon", in dem immer was los ist - Werkstätten für Mopedreparaturen, ein Bandübungsraum oder eine Skateranlage machen es möglich. Acht städtische und ein kirchlicher Kindergarten runden das familienfreundliche Paket ab. Krippen für Kinder ab 13 Monaten bis zu Horteinrichtungen für Grundschüler decken den Bedarf ab.

Erwachsene kommen auch nicht zu kurz: Zum Beispiel mit der etablierten Musikreihe „Gehrden in Concert". Für buntes Treiben sorgt seit einem Jahr auch der Verein „Gehrden feiert Feste", der sich das Organisieren von großen und publikumswirksamen Feiern auf die Fahnen geschrieben hat. Und für Wasserratten ist das ausund umgebaute Delfi-Bad geradezu prädestiniert. Die soziale Infrastruktur bietet auch älteren Semestern viel Sicherheit - mit einem Senioren- und Pflegezentrum, mit einer Sozialstation und einer Tagespflegeeinrichtung für Senioren in städtischer Trägerschaft, einer Seniorenresidenz in der Stadtmitte und dem über die Regionsgrenzen hinaus bekannten Robert-Koch-Krankenhaus mit seinen zahlreichen Fachkliniken.

Dass GEHRDA in ihrer Stadt alt werden möchte, steht für sie fest. Doch zum alten Eisen zählt sie sich noch lange nicht. Ganz im Gegenteil - die Fledermaus feiert am 11. Juli ihren 10. Geburtstag. Doch bis dahin ist noch Zeit. Jetzt geht es für sie erst einmal zurück in die Margarethenkirche. In Gehrden geht schon wieder die Sonne auf.

Von Alberto Alonso Malo, Regionsjournal April 2010



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